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Die Gesellschaft in der geschichtlichen Entwicklung

Schon vor dem Bau der Stevertalsperre war die Umgebung Halterns wegen ihres Wald- und Wasserreichtums ein beliebtes Ziel für Erholungssuchende. Es war also naheliegend, dass schon bei Planung und Bau der Talsperre Überlegungen angestrengt wurden, den zukünftigen See auch als Erholung- und Sportzentrum zu nutzen. Allerdings waren die Verhandlungen zwischen den beteiligten Stellen nicht konfliktfrei. So bildeten insbesondere die Gelsenwasser AG, die Stadt Haltern und das Amt Haltern ein interessantes Dreiecksverhältnis.

Allerdings gelang es den Akteuren, praktisch zeitgleich mit der Inbetriebnahme des Stausees am 11. April 1930 die Seegesellschaft Haltern mbH zu gründen.

Gesellschafter waren

  1. das Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier
  2. das Amt Haltern
  3. der Landkreis Recklinghausen
  4. der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk und
  5. der Provinzialverband Westfalen.

Das Stammkapital betrug 20.000 Reichsmark je Gesellschafter, insgesamt also 100.000 Reichsmark. Zum Geschäftsführer wurde Landrat Max Schenking bestellt.
Gegenstand des Unternehmens war

Am 29.04.1930 wurde die Halterner Gruppe der DLRG (Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft) gegründet. Die DLRG steht seit ihrer Gründung bis zum heutigen Tage in einer sehr gut funktionierenden Geschäftsbeziehung zur Seegesellschaft Haltern am See mbH und leistet den Wach- und Rettungsdienst im Seebad.
Die Akten der Seegesellschaft zeigen die wechselvolle Geschichte der Gesellschaft. Das offiziell 1931 eröffnete Seebad wurde sehr schnell zum Besuchermagnet. Schon in der ersten Saison konnten 100.000 Badegäste verzeichnet werden. Dies führte dazu, dass die Geschäftsführung die Reichsbahn ersuchte, Sonderzüge aus dem Ruhrgebiet nach Haltern einzusetzen. Unter anderem trainierten auch Fußballer des Vereins Schalke 04 in den dreißiger Jahren im Seebad.

Dem Schriftverkehr ist auch zu entnehmen, dass die Verhandlungen keineswegs immer harmonisch verliefen und auch der Tonfall zwischen den Geschäftspartnern nicht zimperlich war. Heute mutet es kurios an, dass die Geschäftsführung das Elektrizitätsunternehmen bat, den Strompreis zu senken, da ansonsten die Küchenherde der Seeterrassen wieder auf Kohlebefeuerung umgestellt werden müssten.

Bis heute erfreut sich das Seebad – trotz der inzwischen großen Konkurrenz an Freizeiteinrichtungen um den See – immer noch großer Beliebtheit. Und dies, obwohl die Seegesellschaft Haltern mbH so manchen Sturm der Geschichte überstehen musste. Hier ist nicht nur der 2. Weltkrieg zu nennen. Die Seegesellschaft hat auch schon zwei Währungsreformen überstanden. Vergleichsweise unspektakulär verlief die Euroumstellung, die sicherlich noch in Erinnerung ist. Spannender dürfte da schon die DM-Eröffnungsbilanz von 1949 gewesen sein als die Gesellschaft einen „Umwertungsgewinn“ von 24.302,63 DM ausweisen konnte.

Bereits 1937 schied das Amt Haltern als Gesellschafter aus. Der Landschaftsverband Westfalen Lippe (als Rechtsnachfolger des Provinzialverbandes Westfalen) trat seinen Gesellschaftsanteil 1978 an die Stadt Haltern am See ab.

Gesellschafter sind heute

  1. die Gelsenwasser AG
  2. der Regionalverband Ruhr
  3. die Stadt Haltern am See
  4. der Kreis Recklinghausen

Die Geschäftsführung der Seegesellschaft liegt seit ihrer Gründung bei der Kreisverwaltung Recklinghausen.
Der Gegenstand des Unternehmens hat sich im Laufe der Zeit mehrfach verändert. So sind der Betrieb von Motorbooten zur Personenbeförderung und die Vermietung von Wasserfahrzeugen in andere Hände gegeben worden und der gewerbsmäßige Betrieb des Eissports ist gänzlich entfallen. Der Betrieb der Gastwirtschaft Seehof, der in späteren Jahren zum Hotel ausgebaut worden ist, gehörte bis zum Verkauf im Jahre 1997 zu den operativen Geschäftsfeldern des Unternehmens.

Der Betrieb des Seebades und die Verpachtung der kleinen Gaststätte „Seeterrassen“ bilden aktuell die wirtschaftlichen Grundlagen der Seegesellschaft.
Die vier Gesellschafter arbeiten heute ausgesprochen harmonisch zusammen und unterstützen die Seegesellschaft sehr konstruktiv. „Dass sich die Interessen der öffentlichen Trinkwasserversorgung mit denen der Allgemeinheit an dem Stausee als einer Erholungsstätte bei gegenseitigem Verständnis und gutem Willen sehr wohl aufeinander abstimmen lassen, dafür ist die Seegesellschaft Haltern mbH, Recklinghausen, ein gutes Beispiel.“ Das Zitat ist im Buch „100 Jahre Wasserwerk Haltern“ nachzulesen und stammt aus einem Schreiben der Gelsenwasser AG an den Regierungspräsidenten Münster aus dem Jahr 1950. Damals war die Seegesellschaft Haltern mbH zwanzig Jahre alt. Die Erkenntnis gilt aber unverändert bis heute – auch nach mehr als sechzig Jahren.

Bildergalerie
(aus alten Tagen - die gezeigten Aufnahmen zeigen das Seebad in den 30-er Jahren)

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